Sehr geehrte Leserinnen und Leser dieser Zeilen.

Aktuell läuft ja eine Diskussion auf Facebook zum Thema „Schwan auf dem Klostersee“. Dazu möchten wir als Ortsfeuerwehr Walsrode wie folgt Stellung nehmen.

Retten, Löschen, Bergen und Schützen, das ist es, was Feuerwehren tun. Ob beruflich oder als Hobby, so wie in Walsrode,

das ist egal.  Diesem Motto haben sich alle Feuerwehrleute verschrieben. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Und Kameradschaft ist ebenfalls ein hohes Gut in den Feuerwehren, denn jeder muss sich auf jeden verlassen können, dabei ist Vertrauen sehr wichtig.  

Aber auch Feuerwehrleute sind nur Menschen. Menschen, die in Ausnahmesituationen oft weitreichende Entscheidungen treffen müssen und sicherlich dabei auch Fehler machen können. Und genau das wird aktuell der Feuerwehr Walsrode vorgeworfen, da sie den Schwan nach Abwägung der Situation nicht vom Klostersee geholt hatte. Der verantwortliche Einsatzleiter hatte nach Absprache mit anderen Behörden die Entscheidung getroffen, den Schwan nicht aus dem Wasser zu holen. Wie dargelegt, nach Abwägung der Gefahren für den Schwan (er bewegte sich, hatte freies Wasser um sich herum, in den folgenden Tagen kein gravierender Frost) und für die Einsatzkräfte (dünnes Eis, kein Hartschalenboot…..).

Hier einige Links zu dem Thema „Naturvögel“, die Interessierte gerne lesen können;

www.schwanenschutz-komitee.de/festgefrorene-wasservögel-wasservögel-auf-dem-eis/

In der Regel frieren Wasservögel nicht fest auf eingefrorenen Gewässern. Sie sitzen bewegungslos auf dem Eis um Energie zu sparen. Es ist wichtig die Tiere nicht aufzuscheuchen, damit diese nicht zusätzlich Reserven verbrauchen………..

www.schwanenschutz-komitee.de/einfangen-verletzter-wasservögel/

Oft stehen wir stundenlang bei jedem Wetter im oder am Wasser, um einen verletzten Wasservogel einzufangen. Die Tiere müssen geortet, die Verletzung erkannt und die Situation zum Einfangen gut eingeschätzt werden……….

https://niedersachsen.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/naturschutz/14600.html

Vögel auf dem Eis am besten in Ruhe lassen
„Wir brauchen die Entenvögel im Winter also keineswegs wegen ihrer kalten Füße zu bedauern. Viel wichtiger aber ist die Erkenntnis, dass die Tiere auf dem Eis nicht festfrieren. Allerdings können bei lange anhaltendem Frost kranke oder verletzte, immobile Tiere im Eis einfrieren. Diese sind dann auf menschliche Hilfe angewiesen“, weiß Philip Foth, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Speziell bei Entenvögeln und Schwänen ist es sehr wichtig, die Tiere nicht aufzuscheuchen, damit sie nicht zusätzlich Reserven verbrauchen. Diese benötigen sie, um gut über den Winter zu kommen.  

Nun wurde der Schwan gefunden, leider ist er verstorben. Aber nicht in der Mitte des Klostersees, sondern am Rand. Er war also mobil, nicht im Eis eingefroren, weswegen die Feuerwehr ursprünglich gerufen wurde.

Natürlich nehmen wir Kritik ernst. Und sicherlich wird es auch in der Zukunft Situationen geben, wo eine ehrenamtliche Feuerwehrfrau/ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann als Einsatzleiter wieder entscheiden muss. Sicher wird sie oder er sich dann an diese Diskussion erinnern und in die Entscheidungsfindung einbinden.

Und natürlich geht diese Diskussion auch nicht spurlos an den Mitgliedern der Ortfeuerwehr Walsrode vorbei. Natürlich tut es uns leid, was dem Schwan letztendlich zugestoßen ist. Dennoch bitten wir um einen fairen Umgang, denn jede Frau, jeder Mann in der Feuerwehr, will helfen. Aber wie schon gesagt - auch wir sind nur Menschen. Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich für andere einzustehen und Verantwortung zu übernehmen. Wer uns dabei unterstützen möchte, kann sich gerne beim Ortsbrandmeister melden und informieren.

Wir wünschen allen ein frohes, gesundes neues Jahr, und dass Sie von Unglücken verschont bleiben. Falls Sie aber unsere Hilfe benötigen, sind wir rund um die Uhr für Sie da.

Ihre Freiwillige Feuerwehr Walsrode