Anbei ein Medienbericht der Kreiszeitung und das parallel zum Interview gelieferte Infomaterial.

Walsrode, Heidekreis (jf) Die Führer´s aus Walsrode sind nur EIN Beispiel, wie Familien das Hobby (eher Berufung?) Feuerwehr leben und erleben. Der Vater Jens ist seit 40 Jahren Mitglied in der Feuerwehr, hatte und hat in dieser Zeit zahlreiche Posten bis hin zum Leiter TEL, Stv. Ortsbrandmeister und aktuell Pressesprecher inne. Die 16-jährige Tochter Rebecca hatte mit sieben Jahren die Kinderfeuerwehr Honerdingen mitgegründet, wechselte in die Jugendabteilung und hat sich dann aber nach knapp 10 Jahren entschieden, anderen Interessen nachzugehen.

Die jetzt 18-jährige Tochter Ricarda wiederum ist mit erst 16 Jahren „spät“ zur Feuerwehr gekommen, sie hat gerade ihren Truppmann I Lehrgang beendet und kürzlich zusammen mit ihrem Vater den ersten Einsatz gefahren. Zusammen mit der Mutter gehört sie seit der Gründung 2017 zum Betreuerteam bei der Kinderfeuerwehr „Walsroder Feuerfüchse“, über diese Aufgabe ist sie zur Einsatzabteilung gekommen.

Im Heidekreis, wie sicher im ganzen Bundesgebiet, gibt es vergleichbare Fälle, manchmal kann von richtigen Feuerwehr-Dynastien gesprochen werden. Auf Nachfrage bei der Kreis-, Stadt- und Ortsfeuerwehrführung konnten so auch zahlreiche Beispiele genannt werden.

In der Ortsfeuerwehr Walsrode die drei folgenden Beispiele:

Familie Wagner, der Vater Stephan ist Ortsbrandmeister der Schwerpunktfeuerwehr, der Sohn Kjell in der Jugendabteilung, die Tochter Ida in der Kinderfeuerwehr, die von der Mutter Daniela geleitet wird.

Oder der Stellvertretende Ortsbrandmeister Alfred Suhr, dessen Sohn Florian voll und ganz in dessen Fußstapfen tritt. Er ist mittlerweile Stellvertretender Gruppenführer, Stadtjugendfeuerwehrwart und wohnt gleich neben dem Feuerwehrhaus – was dazu führt, dass er bei Einsätzen oft im Erstangriff ist. Sei es als Atemschutztrupp bei Bränden, oder bei Verkehrsunfällen an der Schere. Genau wie früher sein Vater, der eine Wohnung im Feuerwehrhaus hatte. „Ich mache mir manchmal schon Gedanken, meinen eigenen Jungen in ein brennendes Gebäude zu schicken, oder ihn Menschen aus Autos befreien zu lassen“, so der besorgte Vater.

Eine weitere Familie sind die Helbergs, Torsten ist Stellvertretender Ortsbrandmeister. Seine beiden Töchter sind nicht in der Feuerwehr, aber dafür sein Bruder Rainer und sein Neffe Tim. Dieser ist von klein auf immer mit zur Feuerwehr gekommen und hat seinen Vater, damals Gerätewart, sehr oft begleitet. Nach seiner Zeit in der Jugendfeuerwehr ist er jetzt in der Einsatzabteilung und regelmäßig bei Alarmen mit dabei.  

Und auch Familie Berger ist mit dem Vater Bernd und dem Sohn Sven aktiv. Dieser wiederum hat eine Partnerin in der Feuerwehr gefunden, die Kameradin Eva Bolm.

Im Stadtgebiet Walsrode gibt es weitere Fälle, wie den Stadtbrandmeister Michael Schlüter, dessen Sohn in der Jugend- und die Tochter in der Kinderfeuerwehr Honerdingen sind. Oder der ehemalige Stellvertretende Stadtbrandmeister Horst Lehmkuhl, wo Tochter und Sohn ihren Mann bzw. Frau in derselben Ortsfeuerwehr stehen. Auch der Ehren-Stadtbrandmeister Volker Langrehr ist ein gutes Beispiel, er ist in seinem Wohnort Nordkampen sowie an seinem Arbeitsort Walsrode weiterhin Einsatzkraft, sein Sohn ist mittlerweile Stellvertretender Ortsbrandmeister. Ähnlich ist es bei dem Ehren-Ortsbrandmeister Vethem, Ralf Küster, dessen Sohn dort nun Stellvertretender Orstbrandmeister ist.

Auch die Kinder vom Abschnittsleiter Gerold Bergmann sind aktive Mitglieder in der Feuerwehr, Jörg folgte seinem Vater auf den Posten des Ortsbrandmeisters in Hünzingen.

Aber auch in Bomlitz gibt es vergleichbare Konstellationen. Nehmen wir die Familie Gehrke, Vater Norbert war lange Zeit Jugendwart, Stv. Orts- und sogar Stv. Gemeindebrandmeister. Seinen Söhne Patrick, Yannik und seine Tochter Michelle sind ihm gefolgt und auch aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr.

Dann gibt es dort noch Uwe und Benjamin Lehrmann (Wolfgang als Großvater von Benny mittlerweile Altersabteilung), Michael Callies und seine Söhne Marcel und Tobias, Hans-Joachim Kirschkowski und Tochter Jennifer, Alf Wilkens und sein Sohn Arik…..es ist also nicht selten, dass das Feuerwehr-Gen weitergegeben wird.

Auch der Kreisbrandmeister Thomas Ruß kann mit einem Beispiel aus seiner Heimatfeuerwehr Munster aufwarten. Dort lebt eine Familie, die mindestens zu viert in der Feuerwehr ist (Vater, Mutter Sohn und Tochter – und er meint, die zweite Tochter ist auch in der Feuerwehr), also wirklich die komplette Familie. Das kuriose ist daran, dass die eine Tochter natürlich auch mit einem Feuerwehrmann zusammen ist und dieser auch aus einer Feuerwehr Familie stammt (Vater, Tochter, Sohn).

Auch in Oerrel gibt es vergleichbares – der Vater ist langjähriger Ortsbrandmeister, die Mutter in der Feuerwehr, immer aktiv ausgerückt – insbesondere am Tage. Der Sohn „1“ ist aktiver Feuerwehrkamerad und war sogar Stellv. Stadtbrandmeister, dessen Frau Feuerwehrkameradin mit LKW-Führerschein, sie rückt insbesondere am Tage als Maschinistin aus. Deren Sohn ist Feuerwehrkamerad, genau wie seine Tochter auch Feuerwehrkameradin ist. Sohn „2“ ist zurzeit stellv. Ortsbrandmeister, mindestens zwei Kinder sind auch in der Feuerwehr. Tochter „3“ ist aktive Feuerwehrkameradin, der Ehemann ebenfalls, mindestens zwei Kinder auch in der Feuerwehr.

Mit den oben genannten Konstellationen kann es auch mal zu Herausforderungen kommen. Zu nennen sei das teilweise umgekehrte "Vorgesetztenverhältnis", wenn die Kinder als Gruppenführer im Einsatz dem Vater/der Mutter in der Mannschaft vorgesetzt sind und Befehle erteilen.

Was haben alle genannten Beispiele gemeinsam?

Es kommt sehr auf die Darstellung der Feuerwehr innerhalb der Familie an. Es sind zum Großteil die Väter, die die Aufgaben der Feuerwehr Zuhause positiv vorleben. Es werden aber immer mehr Frauen, die sich einbringen. Dann gehört noch eine Partnerin/ein Partner dazu, die/der viel Verständnis für das Ehrenamt zeigt und dies auch vor den Kindern als positiv darstellt, wenn Papa/Mama mal wieder bei der Feuerwehr ist, um anderen Menschen in Not zu helfen. Auch an Weihnachten, bei Geburtstagen, Familienfeiern….wenn der Meldeempfänger "piept" oder die Sirene „jault“ und sie zur Feuerwehr eilen.

Fairer weise muss man aber auch sagen, dass es einen Unterschied macht, ob man in einer Ortswehr mit wenigen Einsätzen seinen Dienst tut oder in einer Schwerpunktfeuerwehr mit 120-150 Einsätzen pro Jahr.

Ein tolles Element, die Aufgabe Feuerwehr in der Familie gut rüberzubringen, sind Dinge wie Kinderfeuerwehr, Jugendfeuerwehr, gemeinsame Veranstaltungen (Weihnachtsbaumverkauf, Tag der offenen Tür, Fahrzeugübergaben, Ausflüge....), aber auch die Ehrenamtskarte kann schon ein Element sein. Man wird belohnt für das Verständnis auch der Familie.

Möglicherweise gibt es auch irgendwo den Weg, dass ein Vater/Mutter zur Feuerwehr gekommen ist, da das Kind sich ehrenamtlich engagierte. Mittlerweile kommen rund 50% der Mitglieder der Einsatzabteilung über die Jugendfeuerwehr. Somit ist es gelebte Nachwuchsarbeit. Auch die Kinderfeuerwehr führt langfristig dazu, hoffentlich weiterhin den Brandschutz in den Kommunen sicher zu stellen.